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Messer vor dem Morgengrauen - Festspielbezirk

Neben der barocken Pferdeschwemme und den Festspielhäusern entwickelte sich eine Nachtpatrouille am 15. März 2021 um 1:50 Uhr morgens zu einer Messerstecherei, als ein Sicherheitsmann wegen eines falsch geparkten Autos auf einen Taxifahrer einstach und in der Getreidegasse gestellt wurde.

Über diesen Ort

Der Herbert-von-Karajan-Platz zeigt Salzburg von seiner elegantesten Seite: Die marmorne Pferdeschwemme, 1695 von Johann Bernhard Fischer von Erlach als Schwimmbecken für die Paradepferde der Fürsterzbischöfe entworfen, steht unter den Felsen des Mönchsbergs am Eingang zum Festspielbezirk, wo aus den ehemaligen Hofställen 1960 das Große Festspielhaus wurde. Doch in den frühen Morgenstunden gehört das Viertel den Nachtstreifen und Taxis, und in der Nacht vom 14. auf den 15. März 2021 wurde es zum Tatort. Gegen 1:50 Uhr stellte ein Sicherheitsmann Anfang Sechzig einen 48-jährigen Taxifahrer zur Rede, der neben dem Wilder-Mann-Brunnen in der Hofstallgasse vor der Großen Aula der Universität geparkt hatte. Der Streit eskalierte, der Sicherheitsmann zog ein Taschenmesser und stach dem Fahrer in den Oberbauch. Der Verwundete rief selbst die Polizei an und beschrieb seinen Angreifer so präzise, dass Polizeibeamte den Sicherheitsmann nur wenige Minuten später in der nahe gelegenen Getreidegasse wegen des Verdachts auf versuchten Mord festnahmen. Am 30. September 2021 wies ein Salzburger Geschworenengericht diesen Vorwurf zurück: Der Sicherheitsmann, der angab, vor Angst gezittert und nie die Absicht gehabt zu haben, jemanden niederzustechen, wurde wegen fahrlässiger schwerer Körperverletzung verurteilt und erhielt eine sechsmonatige bedingte Haftstrafe. Der Fall zeigt, wie schnell ein Parkstreit im Schatten der Festspielhäuser in eine Tötung abgleiten kann und wie sehr ein Urteil von einer nur drei Zentimeter tiefen Wunde abhängen kann.

Wissenswertes

  • 110 Minuten nach Mitternacht — Die Messerstecherei ereignete sich am 15. März 2021 gegen 1:50 Uhr in der Hofstallgasse, vor der Großen Aula der Universität neben den Festspielhäusern.
  • 3 Zentimeter — Die Tiefe der Stichwunde im Bauch des Taxifahrers: Die Bauchhöhle wurde geöffnet, aber kein Organ wurde getroffen und sein Leben war nie in akuter Gefahr.
  • 6 Monate auf Bewährung — Am 30. September 2021 lehnte ein Salzburger Geschworenengericht den Vorwurf des versuchten Mordes ab und verurteilte den Wachmann wegen fahrlässiger schwerer Körperverletzung.

📍 Herbert-von-Karajan-Platz, 5020, Salzburg

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