Hôtel de Ville de Genève
Genfs jahrhundertealtes Rathaus, in dem Ratsherren einst auf ihren Pferden eine gepflasterte Innenrampe hinaufritten, anstatt Treppen zu steigen. Hinter seiner schlichten Fassade wurde 1864 die Erste Genfer Konvention unterzeichnet, aus der das Rote Kreuz und das moderne humanitäre Völkerrecht hervorgingen.
Über diesen Ort
Das Hôtel de Ville ist seit mehr als fünfhundert Jahren der Sitz der Genfer Regierung und wuchs Flügel für Flügel aus einer Ansammlung mittelalterlicher Häuser zu dem weitläufigen Komplex heran, den man heute sieht. Seine bekannteste Besonderheit ist die Rampe de la Treille, eine breite, gepflasterte Rampe, die in der zweiten Hälfte des sechzehnten Jahrhunderts anstelle einer Prunktreppe erbaut wurde, sodass Magistrate, Boten und sogar Pferde ohne abzusteigen direkt in die oberen Ratssäle gelangen konnten. Daneben steht der Baudet-Turm, dessen Name eine Anspielung auf die Esel ist, die einst die Steigung hinauftrotteten. Doch die wahre Bedeutung des Gebäudes ist von der Straße aus nicht zu sehen: Im Inneren liegt der Alabama-Saal, in dem Delegierte aus sechzehn Nationen am 22. August 1864 die Erste Genfer Konvention unterzeichneten und damit das moderne humanitäre Völkerrecht sowie das Rote Kreuz begründeten, und wo später im Jahr 1872 ein internationales Schiedsgericht die wegweisenden Alabama-Ansprüche beilegte. Kaum ein schlichtes Gebäude auf der Welt hat die Weltgeschichte so tiefgreifend geprägt.
Wissenswertes
- 1864 Jahr — Die Erste Genfer Konvention, die Gründungsakte des Roten Kreuzes, wurde hier im Alabama-Saal unterzeichnet
- 16 Nationen — Entsandte Delegierte, um diesen grundlegenden humanitären Vertrag am 22. August 1864 zu unterzeichnen
- 1556 Jahr — Das Datum, das über dem Portal der monumentalen gepflasterten Rampe eingemeißelt ist, die für Pferde statt für Treppen gebaut wurde
📍 Rue de l'Hôtel-de-Ville 2, 1204, Genève