Über diesen Ort
Direkt am Flusskai gegenüber der Kapellbrücke gelegen, ist die Jesuitenkirche St. Franz Xaver der früheste große barocke Sakralbau nördlich der Alpen in der Schweiz. 1666 begonnen und 1677 geweiht, wurde sie vom Jesuitenorden auf dem Höhepunkt der Gegenreformation errichtet, als Luzern zu einer Hochburg der katholischen Schweiz und Heimat eines blühenden Jesuitenkollegs geworden war. Ihr Grundriss folgt der großen Mutterkirche des Ordens, dem Gesù in Rom, mit einem einzigen breiten Schiff, das eher für Predigten und eine gute Akustik als für lange Prozessionen konzipiert wurde. Tritt man durch die Türen, schlägt die Stimmung von zurückhaltendem Stein in eine Explosion von Weiß und Rosa um. Zarter Stuck rahmt ein hohes Gewölbe ein, und ein mächtiger rosa Hochaltar zieht alle Blicke auf sich – er wirkt wie polierter Marmor, ist aber in Wirklichkeit bemaltes Gipsdekor. Kurioserweise wurden die zwei grünen Zwiebelhauben, die die Kirche so unverwechselbar machen, erst 1893 hinzugefügt, mehr als zwei Jahrhunderte nach der Fertigstellung des Gebäudes selbst. Heute dient die Kirche zugleich als einer der feinsten Konzertsaale Luzerns, der von Organisten und Chören wegen seines strahlenden Klangs geschätzt wird.
Wissenswertes
- 1677 Jahr — Geweiht als erste große Barockkirche der Schweiz
- 1893 Jahr — Die beiden grünen Zwiebelhauben wurden schließlich den Türmen hinzugefügt
- 2 Türme — Flankieren die lange weiße Uferfassade über der Reuss
📍 Bahnhofstrasse 11a, 6003, Luzern