Über diesen Ort
Das schlichte fünfgeschossige Gebäude in der Steingasse 6 war von 1851 bis 1909 die Kaiser-Franz-Joseph-Staats-Realschule von Linz, gegründet auf Initiative Linzer Bürger und des Schriftstellers Adalbert Stifter, der als Landesschulinspektor den ersten Lehrplan verfasste. Adolf Hitler trat im September 1900 im Alter von elf Jahren in die Schule ein und kam täglich zu Fuß aus Leonding. Er fiel im ersten Jahr in Mathematik und Naturgeschichte durch, wiederholte die Klasse und durfte 1904 nur unter der Bedingung aufsteigen, dass er die Schule verließ; er machte in Steyr weiter und brach ein Jahr später die Schule ab. Sein Klassenvorstand Eduard Huemer erinnerte sich an einen blassen, streitsüchtigen Jungen mit Talent, aber ohne Disziplin, während der Geschichtslehrer Leopold Poetsch, ein glühender Deutschnationaler, von Hitler später in „Mein Kampf“ als der Mann gelobt wurde, der ihn zu einem jungen Revolutionär machte. 1903 schrieb sich hier auch Ludwig Wittgenstein ein, zwei Schulstufen von Hitler entfernt, ohne dass es Beweise dafür gibt, dass sie sich jemals trafen. Das Gebäude diente später als erste Berufsschule Oberösterreichs, erhielt 1927 seine Fassade im Stil der Neuen Sachlichkeit und ist heute ein denkmalgeschütztes Gebäude, das ein Hotel in den Promenaden Galerien beherbergt.
Wissenswertes
- 1851 Jahr — Die Realschule wurde in diesem Gebäude auf Initiative des Schriftstellers Adalbert Stifter eröffnet, der ihren Lehrplan ausarbeitete.
- 1 Stunde — Länge des täglichen Schulwegs des jungen Hitler vom Elternhaus in Leonding, je Strecke
- 1909 Jahr — Die Schule zog in ihr neues Gebäude in der Fadingerstraße um, wo sie heute noch als Gymnasium geführt wird.
📍 Steingasse 5, 4020, Linz