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Synagoge Linz, Bethlehemstraße 26

In der Nacht vom 9. auf den 10. November 1938 steckte die SA die 1877 erbaute Synagoge von Linz in Brand, während die Feuerwehr nur die Nachbarhäuser schützen durfte. Die moderne Synagoge, die heute hier steht, wurde 1968 auf den Ruinen errichtet.

Über diesen Ort

Die Bethlehemstraße 26 war sechs Jahrzehnte lang das spirituelle Herz des jüdischen Linz. Die am 10. Mai 1877 hier geweihte neoromanische Synagoge, die nach dem Vorbild von Albrecht Rosengartens Kasseler Synagoge entworfen wurde, erhob sich auf einem erhöhten Sockel mit Rundbogenfenstern und Emporen auf gusseisernen Säulen über ihre Nachbarhäuser und diente einer Gemeinde, die in den 1920er Jahren auf fast eintausend Mitglieder anwuchs. Beim „Anschluss“ im März 1938 lebten noch rund 650 Juden in Linz. Beim Novemberpogrom verwüsteten und steckten SA-Männer das Gebäude in Brand, durchkämmten anschließend jüdische Wohnungen und forderten die Bewohner auf, die Stadt innerhalb von drei Tagen zu verlassen. Die Gemeinde wurde nach Wien vertrieben, und von dort aus wurden ihre Mitglieder durch Emigration oder Deportation zerstreut; rund 300 Juden aus der Region wurden ermordet. Die schwärzlichen Ruinen lagen hier bis 1967. 1965 finanzierte die oberösterreichische Landesregierung als Geste der Wiedergutmachung einen Neubau, und die schlichte, modernistische Synagoge des Architekten Fritz Goffitzer wurde am 2. April 1968 eingeweiht. Eine Gedenktafel mit den Namen der ermordeten jüdischen Bürger von Linz hängt heute an ihrem Eingang.

Wissenswertes

  • 1877 Jahr — Die erste Synagoge von Linz wurde hier am 10. Mai 1877 eingeweiht
  • 650 Mitglieder — Ungefähre Größe der jüdischen Gemeinde von Linz beim Anschluss im März 1938
  • 1968 Jahr — Die neue Synagoge von Fritz Goffitzer wurde am 2. April 1968 auf den Trümmern der alten eingeweiht

📍 Bethlehemstraße 26, 4020, Linz

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