Touren · Berlin · Start

Bahnhof Friedrichstraße

Einer der belebtesten Bahnhöfe Berlins und Treffpunkt für unseren Spaziergang. Unter seinem Trubel verbirgt sich eine geteilte Erinnerung, denn dieser Bahnhof war sowohl ein Tor zur Rettung für jüdische Kinder als auch später ein Transitpunkt für die Deportation der Berliner Juden.

Über diesen Ort

Eröffnet am siebten Februar 1882 als Teil der neuen Berliner Stadtbahn, entwickelte sich der Bahnhof Friedrichstraße schnell zu einem der wichtigsten Knotenpunkte im Herzen von Mitte und leitete den Bahnverkehr auf seinem großen Backsteinviadukt durch die Stadt. Der Bahnhof, wie Sie ihn heute sehen, mit seinem breiten Stahl- und Glasdach und den dunklen gefliesten Eingangshallen, entstand bei einem Umbau, der 1925 abgeschlossen wurde. Während der NS-Jahre war dieser gewöhnliche Ort der Ankunft und Abfahrt von zwei stark gegensätzlichen Rollen geprägt. Ab Ende 1938, nach den Gewalttaten der Kristallnacht, passierten Tausende jüdischer Kinder den Bahnhof Friedrichstraße auf den Kindertransporten, die sie ins Ausland in Sicherheit brachten. Wenige Jahre später wurden dieselben Bahnsteige in die Maschinerie der Verfolgung einbezogen, als Berlins verbliebene Juden zusammengetrieben und nach Osten in die Lager geschickt wurden. Der Bahnhof überstand den Krieg oberirdisch weitgehend unbeschädigt und ist heute mit rund 220.000 Passagieren täglich ein lebendiger Kreuzungspunkt, an dem diese schwierige Geschichte leise erinnert wird.

Wissenswertes

  • 1882 Jahr — Der Bahnhof Friedrichstraße wurde als Teil der neuen Berliner Stadtbahn eröffnet
  • 196 Kinder — Reisten Ende 1938 mit dem ersten Kindertransport aus Berlin ab
  • 220000 Passagiere — Passieren den Bahnhof an einem typischen Tag und machen ihn zu einem wichtigen Verkehrsknotenpunkt in Mitte

📍 Friedrichstraße 142, 10117, Berlin

Auf einem Audio-Rundgang erleben

▸ Demo anhören