Gendarmenmarkt
Weitläufig als Berlins schönster Platz bezeichnet, eine perfekte Studie der Symmetrie, wo Schinkels großes Konzerthaus von zwei fast identischen Kuppeltürmen, dem Deutschen und dem Französischen Dom, flankiert wird. Ihre Zwillingssilhouetten, die sich über die offene Pflasterung erheben, machen dies zu einem der größten architektonischen Ensembles Europas.
Über diesen Ort
Angelegt 1688 als Herzstück des neuen Viertels Friedrichstadt, verdankt dieser Platz seine Harmonie einer Laune der Religionsgeschichte. Als die Hugenotten, französische Protestanten auf der Flucht vor Verfolgung, in den 1680er Jahren in Berlin willkommen geheißen wurden, bauten sie hier ihre eigene Kirche, den Französischen Dom, fertiggestellt 1705. Eine deutsche Gemeinde antwortete bald darauf mit dem Deutschen Dom. Jahrzehntelang waren dies bescheidene Kirchen, bis König Friedrich der Große den Architekten Carl von Gontard beauftragte, jede mit einem hoch aufragenden, identischen Kuppelturm zu krönen, was zwei gewöhnliche Gotteshäuser in Spiegelbilder verwandelte. Diese Türme sind eigentlich keine Kathedralen, sondern Zierglocken. Dazwischen errichtete Karl Friedrich Schinkel sein neoklassizistisches Konzerthaus aus den Trümmern eines abgebrannten Theaters, das er 1821 fertigstellte. Der Name selbst stammt von einem Kürassierregiment, den Gens d'armes, deren Stallungen einst hier standen. Im Zweiten Weltkrieg zerstört und geduldig wieder aufgebaut, ist der Platz heute eine ruhige, von Cafés gesäumte Bühne, auf der Berlin sein Talent zur Auferstehung zur Schau stellt.
Wissenswertes
- 1688 Jahr — Der Platz wurde erstmals als Herzstück des neuen Stadtteils Friedrichstadt angelegt
- 1821 Jahr — Schinkel vollendete das Konzerthaus auf den Fundamenten eines abgebrannten Theaters
- 2 kuppelförmige Türme — Carl von Gontard fügte in den 1780er Jahren fast identische Türme zu beiden Kathedralen hinzu, um Symmetrie zu schaffen
📍 Gendarmenmarkt 7, 10117, Berlin