Das Humboldt Forum (Berliner Schloss)
Ein rekonstruiertes barockes Königsschloss, das ein Museum für Weltkulturen beherbergt und dort steht, wo einst die Hohenzollernresidenz herrschte und die DDR später ihren Palast der Republik errichtete. Kein einzelnes Gebäude erzählt die Geschichte von Zerstörung und Wiederaufbau Berlins deutlicher als dieses.
Über diesen Ort
Gegenüber dem Dom erhebt sich am Lustgarten das Humboldt Forum, ein Palast, der sowohl sehr alt als auch sehr neu ist. Das ursprüngliche Berliner Schloss diente jahrhundertelang als Residenz der preußischen Könige und deutschen Kaiser, seine prächtigen barocken Fassaden wurden ab 1713 vom Bildhauer Andreas Schlüter gestaltet. Nach dem Ausbombung 1945 wurde es 1950 von der DDR als verhasstes Symbol des preußischen Militarismus vorsätzlich gesprengt, wodurch ein riesiger leerer Platz entstand. In den 1970er Jahren füllte der ostdeutsche Staat die Lücke mit dem Palast der Republik, seinem Parlaments- und Veranstaltungssaal aus Bronze und Glas, der selbst zwischen 2006 und 2008 abgerissen wurde. Der Standort wurde ein letztes Mal neu bebaut: Von 2013 bis 2020 finanzierten Spender die sorgfältige Nachbildung von drei historischen Barockfassaden und des inneren Schlüterhofs, um einen modernen Innenraum des italienischen Architekten Franco Stella herum. Hinter dem quincefarbenen Stein beherbergen über dreißigtausend Quadratmeter heute das Ethnologische Museum und das Museum für Asiatische Kunst, ein Forum für die Kulturen der Welt, erbaut in der Hülle eines verschwundenen Reiches.
Wissenswertes
- 1950 Jahr — Die DDR riss das kriegsbeschädigte Königsschloss als Symbol preußischer Macht ab
- 682 Millionen Euro — Die budgetierten Kosten für den Bau des Humboldt Forums auf dem geräumten Gelände
- 2800 Zahlen — Neu modelliert, um die barocken Fassaden nachzubilden, zusammen mit rund 22.000 Sandsteinelementen
📍 Schloßplatz, 10178, Berlin