Niederkirchnerstraße — Görings Reichsluftfahrtministerium
Ein riesiger, festungsartiger Regierungsblock, der Hermann Görings Reichsluftfahrtministerium und das Hauptquartier der Luftwaffe war. Eines der ganz wenigen großen Nazigebäude im Zentrum Berlins, das den Krieg fast unversehrt überstand, ragt es noch heute über die Straße.
Über diesen Ort
Über 250 Meter entlang der Wilhelmstraße und um die Ecke zur Niederkirchnerstraße erstreckt sich dieser riesige, mit Kalkstein verkleidete Block, der in nur achtzehn Monaten zwischen 1935 und 1936 als Reichsluftfahrtministerium erbaut wurde. Von hier aus leitete Hermann Göring, der zweitmächtigste Mann im NS-Staat, den Aufbau der deutschen Luftwaffe und später die Bombenangriffe der Luftwaffe auf Europa. Der Architekt Ernst Sagebiel gab ihm mehr als 2.100 Büros, die durch fast sieben Kilometer Korridore verbunden waren, was es bei seiner Eröffnung zum größten Bürogebäude Europas machte. Seine schiere Größe war der Punkt: Das Regime wollte, dass die Bürokratie wie Beständigkeit und Macht aussah. Das Gebäude entging der Zerstörung, die so viel vom NS-Berlin dem Erdboden gleichmachte, und nach 1945 ging es durch sowjetische und ostdeutsche Hände, bevor es das Bundesfinanzministerium wurde. Heute trägt es den Namen Detlev-Rohwedder-Haus, eine stille Zurückweisung des Regimes, das es erbaut hat.
Wissenswertes
- 2100 Büros — Verbunden durch etwa sieben Kilometer Korridore, einst das größte Bürogebäude Europas
- 18 Monate — Gebaut in rasantem Tempo zwischen Februar 1935 und August 1936
- 250 Meter — Die Länge der Fassade entlang der Wilhelmstraße, eine bewusste Demonstration staatlicher Macht
📍 Wilhelmstraße 97, 10117, Berlin