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Böttcherstraße

Eine traumhafte, kaum hundert Meter lange Gasse aus leuchtendem Backstein, in der ein Kaffeemagnat und ein visionärer Bildhauer eines der kühnsten Werke expressionistischer Architektur Deutschlands errichteten. Jeder Giebel, jede Bogenöffnung und jedes goldene Relief erzählt eine Geschichte.

Über diesen Ort

Die Böttcherstraße, die vom Marktplatz zur Weser hinunterführt, gehörte einst den Küfern, die Fässer für hanseatische Kaufleute hämmerten. Anfang des 20. Jahrhunderts kaufte der Kaffeehändler Ludwig Roselius, Erfinder des weltweit ersten entkoffeinierten Kaffees und Gründer von Kaffee HAG, die alten Lagerhäuser auf und machte sich daran, die bescheidene Gasse in ein Gesamtkunstwerk zu verwandeln. Zwischen 1922 und 1931 beauftragte er den Bildhauer und Architekten Bernhard Hoetger zusammen mit den Architekten Alfred Runge und Eduard Scotland mit der Umgestaltung der Straße zu einem Ensemble des Backstein-Expressionismus. Das Ergebnis ist ein märchenhafter Korridor aus geschwungenen Mauern, skulpturalen Portalen, Museen und Handwerksbetrieben, gekrönt von einem Glockenspiel aus Meißner Porzellanglocken. Die Böttcherstraße, schön, seltsam und schwer von den Schatten der NS-Zeit, bleibt eines der beliebtesten und meistdiskutierten Wahrzeichen Bremens.

Wissenswertes

  • 100 Meter — Die ganze Märchenstraße reicht kaum weiter und verbindet den Marktplatz mit der Weser
  • 30 Glocken — Meißner Porzellanglocken bilden das Glockenspiel am Glockenspielhaus, das dreimal täglich erklingt
  • 1937 Jahr — Das NS-Regime stellte die Straße unter Schutz als warnendes Beispiel sogenannter entarteter Kunst

📍 Böttcherstraße 6, 28195, Bremen

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