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Das RAF-Attentat – Rheinuferpromenade
Wenn man am Joseph-Beuys-Ufer steht, blickt man nach Westen über den Rhein auf eine ruhige Villenreihe, wo am Ostermontag 1991 drei Gewehrschüsse die Nacht zerrissen und einen der mächtigsten Männer Deutschlands töteten; ein Mord, der bis heute offiziell ungeklärt ist.
Über diesen Ort
Die Rheinuferpromenade ist eines der großen Vergnügen Düsseldorfs: ein breiter, von Bäumen gesäumter Weg, auf dem die Einheimischen spazieren gehen und der Rhein sich wie ein breites silbernes Band erstreckt. Doch etwa 1,1 Kilometer auf der anderen Seite des Wassers, versteckt zwischen den Villen des Kaiser-Friedrich-Rings, steht das Haus, in dem sich das kühnste politische Attentat der deutschen Nachkriegszeit abspielte. Am Ostermontag, dem 1. April 1991, um 23:30 Uhr wurde Detlev Karsten Rohwedder, Leiter der Treuhandanstalt und damit der Behörde, die mit der Privatisierung der gesamten ostdeutschen Wirtschaft beauftragt war, durch sein Arbeitszimmerfenster erschossen. Er war ein Blitzableiter für die Wut der radikalen Linken gewesen: der Mann, der darüber entschied, welche Fabriken geschlossen wurden, welche Arbeiter ihre Existenzgrundlage verloren und welche Unternehmen an westdeutsche Investoren gingen. Jemand hatte ihn belauert, eine Position in nur 63 Metern Entfernung in einem Nachbargarten gewählt und drei Schüsse in der Dunkelheit abgefeuert. Der erste tötete ihn auf der Stelle. Der zweite verletzte seine in der Nähe stehende Ehefrau Hergard. Der dritte schlug in ein Bücherregal ein. Am Tatort: drei Patronenhülsen, ein Plastikstuhl, ein Handtuch und ein Bekennerschreiben, gezeichnet vom RAF-Kommando Ulrich Wessel. Die Waffe wurde nie gefunden. Der Schütze wurde nie identifiziert. Der Fall ist bis heute offen.
Wissenswertes
- 63 Meter — Der Scharfschütze positionierte sich nur 63 Meter von Rohwedders Arbeitszimmerfenster entfernt, nah genug für einen tödlichen Schuss durch das Glas und weit genug, um in der Nacht zu verschwinden.
- 3 Gewehrschüsse — Drei Schüsse fielen am Ostermontag um 23:30 Uhr: Der erste tötete Rohwedder sofort, der zweite verletzte seine Frau Hergard und der dritte traf ein Bücherregal.
- 35 Jahrelang ungelöst — Trotz im Jahr 2001 gesammelter DNA-Spuren und jahrzehntelanger Ermittlungen bleibt der Mord offiziell ungeklärt – der letzte große ungelöste Fall im Zusammenhang mit der Roten Armee Fraktion.