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Chilehaus

Ein hoch aufragender Keil aus dunklem Klinker, dessen östliche Ecke sich wie der scharfe Bug eines großen Schiffes erhebt. Hinter seiner gefeierten Silhouette verbergen sich leisere und härtere Geschichten aus den Jahren, als Hamburg unter einer Diktatur lebte.

Über diesen Ort

Fertiggestellt 1924 nach Entwürfen des Architekten Fritz Höger, ist das Chilehaus das Meisterwerk des Hamburger Backsteinexpressionismus und das Herzstück des Kontorhausviertels, des eigens dafür errichteten Bürovierteils, das heute zusammen mit der Speicherstadt zum UNESCO-Weltkulturerbe gehört. Beauftragt wurde es von Henry Brarens Sloman, einem Kaufmann, der durch den Handel mit Salpeter aus Chile, der dem Gebäude seinen Namen gab, reich geworden war. Rund viertausend Handwerker verlegten in den verzweifelten Inflationsjahren rund 4,8 Millionen dunkle Oldenburger Klinkersteine und formten zehn Stockwerke, die sich zu einer messerscharfen Ecke verjüngen, wo zwei Straßen zusammenlaufen. Doch das Gebäude kann nicht allein als Schönheit gelesen werden. Höger trat 1932 der NSDAP bei und entließ einen jüdischen Kollegen aus seinem Atelier; in diesem Viertel wurden später Gebäude und Straßen mit jüdischen Namen vom Regime getilgt. Und als die Operation Gomorrha im Juli 1943 weite Teile des Hamburger Zentrums in Schutt und Asche legte, stand das Chilehaus als unwahrscheinlicher Überlebender über einer brennenden Stadt.

Wissenswertes

  • 4.8 Millionen Ziegelsteine — Dunkle Oldenburger Klinkerziegel wurden zur Errichtung der Fassade verwendet
  • 1924 Jahr — Das Chilehaus wurde nach Entwürfen von Fritz Höger fertiggestellt
  • 2015 Jahr — Als UNESCO-Weltkulturerbe im Kontorhausviertel eingetragen

📍 Fischertwiete 1, 20095, Hamburg

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