denk.mal Hannoverscher Bahnhof (Lohseplatz)
Ein stilles Mahnmal in der HafenCity im Lohsepark markiert den Standort des ehemaligen Hannoverschen Bahnhofs, von wo zwischen 1940 und 1945 mehr als 8.000 Jüdinnen und Juden, Sinti und Roma deportiert wurden. Ein abgesenkter Weg namens Fuge zeichnet die alten Bahngleise nach bis zu den Überresten des Gleises 2.
Über diesen Ort
Das denk.mal Hannoverscher Bahnhof steht auf einem Gelände, auf dem einst einer der geschäftigsten Güterbahnhöfe Hamburgs lag. Der Hannoversche Bahnhof wurde 1872 eröffnet und wurde nach Fertigstellung des Hamburger Hauptbahnhofs im Jahr 1906 zu einem Güterbahnhof. Zwischen 1940 und 1945 diente er jedoch einem weitaus dunkleren Zweck. In zwanzig Transporten wurden über 8.000 Juden, Sinti und Roma aus Hamburg und Norddeutschland auf Gleis 2 versammelt und in die Ghettos von Lodz, Minsk, Riga und Theresienstadt sowie in die Lager Belzec und Auschwitz-Birkenau deportiert. Nach dem Krieg geriet der zerstörte Bahnhof fast in Vergessenheit, und erst mit der Planung der HafenCity beschloss Hamburg, die Erinnerung zu bewahren, anstatt ihn zu überbauen. Die Gedenkstätte, die im Mai 2017 im neu angelegten Lohsepark eingeweiht wurde, bewahrt Fragmente des Bahnsteigs, weist zwanzig Namensschilder auf dem Gelände auf und führt die Besucher durch die Fuge, einen abgesenkten, in die Erde geschnittenen Weg, der der exakten Linie der verschwundenen Gleise folgt.
Wissenswertes
- 8000 deportierte Menschen — Juden, Sinti und Roma, die zwischen 1940 und 1945 von diesem Bahnhof in Ghettos und Lager deportiert wurden
- 20 Transporte — Deportationszüge, die ins besetzte Mittel- und Osteuropa fuhren
- 2017 Eröffnungsjahr — Das Mahnmal wurde im Lohsepark auf dem Gelände des ehemaligen Gleises 2 eingeweiht
📍 Lohseplatz, 20457, Hamburg