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Die Gehaltsaffäre des Oberbürgermeisters – Neues Rathaus

Hannovers märchenhaftes Neues Rathaus, das sich hinter seinem weitläufigen Spiegelbecken erhebt, ist der repräsentative Sitz der städtischen Macht und die Kulisse für einen sich langsam entwickelnden Wirtschaftsskandal, der einen amtierenden Oberbürgermeister über fast fünf Jahre hinweg durch fünf Gerichtsentscheidungen führte.

Über diesen Ort

Nach mehr als zwei Jahrzehnten Bauzeit im Jahr 1913 fertiggestellt, steht das Neue Rathaus auf einem Fundament aus rund sechstausend Holzpfählen, die in den einst sumpfigen Boden gerammt wurden. Seine Kuppel beherbergt einen der ungewöhnlichsten Aufzüge Deutschlands, der der Krümmung des Innenbogens folgt, anstatt vertikal zu fahren. Das Gebäude wurde entworfen, um städtische Beständigkeit auszustrahlen. Doch zwischen April 2015 und Mai 2018 verarbeitete die Verwaltung von Oberbürgermeister Stefan Schostok stillschweigend rechtswidrige Gehaltszulagen von insgesamt fast fünfzigtausend Euro für einen leitenden Beamten. Als Schostok im Oktober 2017 erfuhr, dass die Zahlungen illegal waren, stoppte er sie nicht. Er bat den Empfänger, deren Rechtmäßigkeit selbst zu prüfen. Diese Entscheidung löste eine Kaskade aus: Anklage im Jahr 2019, ein Freispruch, eine Aufhebung durch Deutschlands höchstes Gericht, eine Verurteilung im Wiederaufnahmeverfahren, zwei weitere Berufungen und eine abschließende Geldstrafe von zwölftausend Euro im Januar 2024. Das Gerichtsverfahren überdauerte seine Amtszeit um fast fünf Jahre.

Wissenswertes

  • 49500 Euro — Rechtswidrige Gehaltszulagen, die zwischen April 2015 und Mai 2018 an Schostoks Büroleiter gezahlt wurden.
  • 5 Gerichtsentscheidungen — Der Fall ging fünfmal durch deutsche Gerichte, bevor im Januar 2024 ein rechtskräftiges Urteil erging.
  • 12000 Euro — Stefan Schostoks rechtskräftige Geldstrafe wegen Untreue, bestätigt am 9. Januar 2024.

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