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Die letzte öffentliche Hinrichtung – Markt

Am 27. August 1824 wurde Johann Christian Woyzeck genau auf diesem Platz vor mehreren Tausend Zuschauern mit dem Schwert geköpft, was die erste öffentliche Hinrichtung in Leipzig seit dreißig Jahren und zugleich die allerletzte war.

Über diesen Ort

Der Markt ist seit Jahrhunderten das bürgerliche Herz Leipzigs, beherrscht von der Renaissance-Pracht des Alten Rathauses. Doch an einem Spätsommermorgen des Jahres 1824 diente der Platz einem weit düstereren Zweck. Vor den Stufen des Rathauses stand ein Schafott, und die versammelte Menge war nicht für einen Markt gekommen. Johann Christian Woyzeck, ein einundvierzigjähriger Perückenmacher und ehemaliger Soldat, hatte am 2. Juni 1821 seine Geliebte Johanna Christiane Woost an einem anderen Ort der Stadt mit einer abgebrochenen Schwertklinge erstochen. Sein Fall zog sich über drei Jahre von Gerichtsverfahren hin, die sich zu einer wegweisenden Debatte über Schuldfähigkeit und geistige Erkrankung entwickelten. Stadtphysikus Johann Christian August Clarus erklärte ihn trotz Woyzecks berichteter Halluzinationen und paranoider Wahnvorstellungen für prozessfähig. Am 27. August 1824 wurde das Urteil des Staates hier öffentlich vor tausenden Schaulustigen vollstreckt. Es war ein Spektakel, das Leipzig nie wiederholen sollte.

Wissenswertes

  • 1824 Jahr — Woyzeck wurde am 27. August 1824 auf diesem Platz mit dem Schwert enthauptet, Leipzigs allerletzte öffentliche Hinrichtung.
  • 41 Jahre alt — Woyzeck war zum Zeitpunkt des Mordes 41 Jahre alt und hatte im Laufe seines Lebens in mehr als einem Dutzend verschiedener Berufe gearbeitet.
  • 2 literarische Meisterwerke — Der Fall inspirierte Georg Büchners Drama „Woyzeck“ und Alban Bergs Oper „Wozzeck“, die heute beide als Klassiker der deutschen Kultur gelten.

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