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Silbersee

Ein stiller, silbergrauer See, der idyllisch wirkt, aber eines der giftigsten Geheimnisse des Reichsparteitagsgeländes birgt. Seine Wasser füllen die verlassene Baugrube eines Stadions, das nach Hitlers Vorstellung das größte der Erde werden sollte.

Über diesen Ort

Der Silbersee liegt ruhig am südlichen Rand des ehemaligen Reichsparteitagsgeländes, umgeben von Schilf und Wald, die ihn zu einem beliebten Ziel für lokale Spaziergänger machen. Doch seine ruhige Oberfläche verbirgt eine doppelte Geschichte von Größenwahn und Zerstörung. Der See nimmt einen Teil der riesigen Baugrube ein, die für das Deutsche Stadion ausgehoben wurde – jene kolossale Arena, die Albert Speer für mehr als vierhunderttausend Zuschauer entwarf und die Hitlers Stadt der Reichsparteitage krönen sollte. Mit Beginn des Zweiten Weltkriegs wurden die Arbeiten eingestellt, die enormen Fundamentmauern blieben unvollendet, und Anfang 1945 begann Grundwasser die verlassene Grube zu fluten. Nach dem Krieg nahm die Baugrube eine zweite Last auf und wurde zur Deponie für den Schutt des ausgebombten Nürnbergs sowie für Industrie- und Chemieabfälle. Bis heute ist das Wasser stark kontaminiert, verströmt einen leichten Schwefelgeruch und bleibt für Schwimmer strengstens verboten – ein giftiger Spiegel, der die Ambitionen widerspiegelt, die diesen Boden geprägt haben.

Wissenswertes

  • 400000 Zuschauer — Das für diese Aushebung geplante Deutsche Stadion war darauf ausgelegt, noch mehr als das zu fassen, und war als das größte Stadion der Welt geplant.
  • 1937 Jahr — Hitler legte hier am 9. September während des Reichsparteitags jenes Jahres den Grundstein für das Deutsche Stadion
  • 90 Meter — Die geplante Höhe der Erdterrassen des Stadions, die ein etwa 800 Meter langes Oval bilden

📍 Alfred-Hensel-Weg, 90471, Nürnberg

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