Zeppelintribüne (Zeppelintribuene)
Die lange Steintribüne, auf der Hitler vor Hunderttausenden stand, und das bekannteste Bauwerk der NS-Architektur auf dem Reichsparteitagsgelände. Auf ihrer zentralen Rednerkanzel prangte einst ein kolossales, vergoldetes Hakenkreuz über einem Meer von Menschenmassen.
Über diesen Ort
Die Zeppelintribüne, die sich am östlichen Rand des Zeppelinfeldes erhebt, ist eine Tribüne aus hellem Kalkstein, die von Albert Speer zwischen 1935 und 1937 entworfen und dem antiken Pergamonaltar nachempfunden wurde. Von ihrer zentralen Rednerkanzel aus sprach Adolf Hitler zu den durchchoreografierten Reichsparteitagen, die für die Kamera inszeniert und in Leni Riefenstahls Propagandafilmen unsterblich gemacht wurden. Nachts wurde das Feld um sie herum von Speers „Lichtdom“ umschlossen, einer Halle aus vertikalen Scheinwerferstrahlen, die ausländische Diplomaten mit dem Stehen im Inneren einer Eiskathedrale verglichen. Das große vergoldete Hakenkreuz, das die Tribüne krönte, wurde im April 1945 von amerikanischen Soldaten gesprengt, und die bröckelnden Kolonnaden wurden 1967 entfernt; dennoch hat Nürnberg das verwitterte Bauwerk bewusst als offene, nüchterne Mahnung stehen lassen, anstatt es auszulöschen.
Wissenswertes
- 360 Meter — Die Länge der erhaltenen Tribüne, die Albert Speer dem antiken Pergamonaltar nachempfunden hat
- 152 Scheinwerfer — Von der Luftwaffe ausgeliehen, um Speers nächtlichen 'Lichtdom' über dem Feld zu errichten
- 1945 Jahr — Amerikanische Soldaten sprengten am 22. April das riesige Hakenkreuz von der Tribüne und signalisierten damit das Ende der Kundgebungen
📍 Zeppelinstraße, 90471, Nürnberg