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Der Räuberdichter auf der Flucht – Königstraße 29

Im Jahr 1782 saß Friedrich Schiller, Autor der »Räuber«, vierzehn Tage lang im herzoglichen Hauptwachgebäude Arrest ab, das genau hier stand, bevor er bei Nacht unter falschem Namen aus Stuttgart floh und zum Fahnenflüchtigen wurde.

Über diesen Ort

Die Königstraße ist Stuttgarts 1,2 Kilometer lange Einkaufsmeile, doch an der Hausnummer 29, wo heute eine Ladenfront steht, hielt die herzogliche Hauptwache einst einen Gefangenen fest, der Deutschlands größter Dramatiker werden sollte. Im Januar 1782 stahl sich der 22-jährige Regimentsarzt Friedrich Schiller ohne Urlaub davon, um die Uraufführung seines Schauspiels »Die Räuber« in Mannheim zu sehen. Als er ein zweites Mal reiste, befahl ihm Herzog Carl Eugen, sein Schwert abzugeben und vierzehn Tage Arrest in der Hauptwache zu verbüßen. Es folgten ein Schreibverbot für alles außer Medizin und die Drohung von Festungshaft. In der Nacht des 22. September 1782, während der Hof den russischen Großfürsten Paul feierte, fuhren Schiller und sein Freund Andreas Streicher als ‚Doktor Ritter‘ und ‚Doktor Wolf‘ mit 23 bzw. 28 Gulden in den Taschen durch das dunkle Esslinger Tor davon. Als dienender Militärarzt war er nun ein Deserteur. Neben der Stätte trägt seit 1998 ein kleiner Platz den Namen von Joseph Süß Oppenheimer – eine stille Verbindung zurück zum Schauprozess auf dem Marktplatz und voraus zur Stiftung, die aus dem Brand in der Geißstraße hervorging.

Wissenswertes

  • 14 Tage — Schillers Festnahme in der Hauptwache, dem Hauptwachgebäude, das dort stand, wo sich heute die Königstraße 29 befindet, nach seiner zweiten unerlaubten Reise nach Mannheim.
  • 23 Gulden — Das gesamte Bargeld, das Schiller bei sich trug, als er in der Nacht des 22. September 1782 aus Stuttgart floh; sein Freund Andreas Streicher hatte 28.
  • 1998 Jahr — Der kleine Platz neben dem Standort der alten Wache wurde auf Initiative der Stiftung Geißstraße nach Joseph Süß Oppenheimer benannt.

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