Wilhelmstraße
Wiesbadens prachtvoller, von Bäumen gesäumter Boulevard, liebevoll „die Rue“ genannt, wo klassizistische Fassaden und Jugendstilvillen eine der elegantesten Einkaufsstraßen Deutschlands einrahmen. Auf der einen Seite erstreckt sich ein grüner Park, auf der anderen eine Reihe von Luxusboutiquen und Straßencafés.
Über diesen Ort
Mit einer Länge von rund 900 Metern, die vom Kurviertel im Norden bis zur Rheinstraße im Süden reicht, ist die Wilhelmstraße das repräsentative Rückgrat des Wiesbadens des 19. Jahrhunderts. Bausekretär Carl Florian Goetz entwarf sie um 1805 als östlichen Rand der wachsenden Stadt, und der Stadtbaumeister Christian Zais flocht sie in seinen Erweiterungsplan von 1818 als Teil des sogenannten Historischen Fünfecks ein. Benannt nach Herzog Wilhelm von Nassau, wurde die Prachtstraße bewusst ungewöhnlich breit angelegt, damit die Kurgäste bequem unter den Platanen flanieren konnten. Die Westseite blieb offen und grün und öffnete sich zum Park Warmer Damm mit seinem Teich, während sich die Ostseite stetig mit Hotels, Banken und Kaffeehäusern füllte. Die Einheimischen kürzten ihren offiziellen Namen schon vor langer Zeit liebevoll zu einer einzigen Silbe ab, „die Rue“, und bis heute bleibt sie eine Bühne für Haute Couture, Juweliere, Antiquitätenhändler und eine lebendige Barszene – alles untergebracht hinter Fassaden, die von zwei auf vier Stockwerke anwuchsen, als die Stadt durch ihre Thermalquellen zu Wohlstand gelangte.
Wissenswertes
- 900 Meter — Die Länge des Boulevards, angelegt vom Kurviertel bis hinab zur Rheinstraße
- 1818 Jahr — Christian Zais bezog die Allee als Teil des historischen Fünfecks in seinen Stadterweiterungsplan ein
- 250000 Besucher — Lockt jedes Jahr im Juni zum Straßenfest Theatrium, das hier seit 1977 veranstaltet wird.
📍 Wilhelmstraße, 65185, Wiesbaden