Stuttgart · DE
True Crime Stuttgart
Wasserwerfer, Schauprozesse und Krawalle auf dem Schlossplatz
Worum geht's bei diesem Spaziergang?
Willkommen in Stuttgart, der wohlhabenden schwäbischen Landeshauptstadt der Schlossgärten, der großen Oper und der königlichen Plätze. Doch hinter den gepflegten Fassaden verbirgt sich eine dunklere Chronik: Wasserwerfer in einem Stadtpark, eine Nacht voller Krawalle, eine Gestapo-Zentrale, ein antisemitischer Schauprozess und ein tödlicher Brand – all das in Straßen, die täglich von Tausenden Menschen überquert werden. Unsere Reise beginnt hier im Schlossgarten neben dem Hauptbahnhof, wo an einem Herbsttag im Jahr 2010 ein Protest wegen Bäumen unter Wasserwerfern endete.
Was du sehen wirst
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1
Wasserwerfer am Schwarzen Donnerstag – Mittlerer Schlossgarten
Park
Am Donnerstag, den 30. September 2010, ging die Polizei in diesem Park neben dem Hauptbahnhof mit Wasserwerfern, Schlagstöcken und Pfefferspray gegen weitgehend friedliche Demonstranten gegen Stuttgart 21 vor. Dabei wurden mehr als einhundert Menschen verletzt und ein Ingenieur fast erblindet; fünf Jahre später erklärte ein Gericht den gesamten Einsatz für rechtswidrig.
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2
Schüsse für die Primadonna - Schicksalsbrunnen
Brunnen
Am 29. Juni 1910 drang der verschmähte Hofkapellmeister Aloys Obrist in die Wohnung von Stuttgarts verehrter Primadonna Anna Sutter ein, schoss zweimal auf sie und tötete sich anschließend selbst. Vier Jahre später errichtete die Stadt diesen Jugendstil-Schicksalsbrunnen zu ihrem Gedenken neben dem neuen Opernhaus.
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3
Die Krawallnacht – Eckensee
See
In der Nacht vom 20. auf den 21. Juni 2020 löste eine polizeiliche Drogenkontrolle an diesem Zierteich Stuttgarts „Krawallnacht“ aus, als bis zu 500 Personen sich gegen die Polizei wandten, etwa 40 Geschäfte beschädigten und neun plünderten, woraufhin eine nach dem See benannte Ermittlungsgruppe 79 Verurteilungen erwirkte.
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4
Das Messer in der Fanzone – Schlossplatz
Platz
Am 26. Juni 2024 schmuggelte ein Mann während des EM-2024-Public-Viewings des Spiels Tschechien gegen die Türkei auf diesem Schlossplatz ein Messer an den Kontrollen der Fanzone vorbei und griff sechs Fans in türkischen Farben an, wovon er drei verletzte, einen davon lebensgefährlich; im Februar 2025 wurde er zu neuneinhalb Jahren Haft verurteilt.
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5
Das Gestapo-Hotel - Hotel Silber
Gedenkstätte
Von 1937 bis 1945 war dieses ehemalige Luxushotel am Karlsplatz die Gestapo-Zentrale für Württemberg und Hohenzollern, in der Gegner wie Eugen Bolz misshandelt wurden, die Deportation von mehr als 2.600 Juden organisiert wurde und wenige Tage vor der Befreiung Häftlinge gehängt wurden; heute ist es eine kostenlose Gedenkstätte.
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6
Der Schauprozess gegen Süß Oppenheimer - Marktplatz
Platz
Am 4. Februar 1738 riegelten 1.200 Soldaten nach einem Schauprozess ohne Beweise diesen Platz ab, als der jüdische Finanzier Joseph Süß Oppenheimer vom Herrenhaus zu einem 12 Meter hohen eisernen Galgen gekarrt wurde. Heute nennt der Landtag es das, was es war: den Justizmord an einem Unschuldigen.
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7
Der Räuberdichter auf der Flucht – Königstraße 29
Straße
Im Jahr 1782 saß Friedrich Schiller, Autor der »Räuber«, vierzehn Tage lang im herzoglichen Hauptwachgebäude Arrest ab, das genau hier stand, bevor er bei Nacht unter falschem Namen aus Stuttgart floh und zum Fahnenflüchtigen wurde.
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8
Die Nacht, in der das Treppenhaus brannte – Geißstraße 7
Gebäude
Am 16. März 1994 gegen 3:30 Uhr morgens breitete sich ein im vollgestellten, unverschlossenen Eingang der Geißstraße 7 gelegtes Feuer über das hölzerne Treppenhaus aus und tötete sieben Menschen, darunter zwei kleine Kinder, beim schwersten Brand in Stuttgart seit dem Zweiten Weltkrieg. Ein 23-jähriger Serienbrandstifter wurde 15 Monate später gefasst und wegen siebenfachen Mordes verurteilt.
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